Unsere Buchempfehlungen

»Chava Pressburger: Bilder - Papierarbeiten - Skulpturen«

Ilka Wonschik, Chava Pressburger, Bilder - Papierarbeiten - Skulpturen, Verlag Hentrich und Hentrich Berlin 2016, 176 S., 24,90 €

Schon in ihrem Buch zu den Künstlerinnen in Theresienstadt (“Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten….”, Berlin 2014) ) hat die Autorin und Kunstgeschichtsforscherin gezeigt, mit welcher liebevollen und fachlich fundierten Empathie sie die Lebensgeschichten und die Kunst von verfolgten jüdischen Frauen darzustellen vermag. Davon zeugt auch ihr neuer Kunstband zu Chava Pressburger, in dem sie die Arbeiten der Künstlerin (geb. 1930) mit deren Lebensgeschichte, der ihrer Familie und mit ausführlichen Erläuterungen ihrer Kunstauffassung verknüpft. [weiterlesen]

Rezension von Dr. Barbara Degen, Januar 2017

»Hermine Heusler-Edenhuizen: Die erste deutsche Frauenärztin«

Prahm, Heyo, Hermine Heusler-Edenhuizen: Die erste deutsche Frauenärztin. Lebenserinnerungen im Kampf um den ärztlichen Beruf der Frau. Mit einer Einleitung von Rosemarie Nave-Herz, Opladen, Berlin, Farmington Hills, MI: Verlag Barbara Budrich, 2011 (Unveränderter Nachdruck der 3., aktualisierten und erweiterten Auflage), 251 Seiten, ISBN-13: 978-3866494947

Das Werk, das von Heyo Prahm herausgegeben wird, umfasst die Memoiren von Hermine Heusler-Edenhuizen (im Folgenden Hermine oder Hermine Edenhuizen genannt), ihres Zeichens die erste in Deutschland ausgebildete und promovierte Gynäkologin und Mitbegründerin des Bundes Deutscher Ärztinnen, die sich für Frauenrechte einsetzte. Obwohl der Hauptteil aus Hermine Heusler-Edenhuizens eigenen Memoiren besteht, ist das Besondere dieser Ausgabe der Rahmen um die Erinnerungen herum. Es ist von Bedeutung, dass der Herausgeber, Heyo Prahm, selbst zur Edenhuizen-Familie gehört. [weiterlesen]

Rezension von Isabel Buch M. A., Dezember 2016

»Die neuen Frauen. Revolution im Kaiserreich: 1900-1914«

Beuys, Barbara, Die neuen Frauen. Revolution im Kaiserreich:1900-1914, München: Carl Hanser Verlag, 2014 384 Seiten, 24,90 € , ISBN-13: 978-3446244917

Barbara Beuys beschäftigt sich mit der Entwicklung der sogenannten „ersten Frauenbewegung“ („first-wave fe­mi­nism“), hauptsächlich anhand mehrerer Einzelbeispiele von Frauen, die sie im Verlauf ihres Buchs immer wieder aufgreift (z.B. Clara Immerwahr/Haber) und in einen gesamtpolitischen/ -sozialen Kontext stellt. […]Barbara Beuys hat ein Werk geschaffen, das anschaulich die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen für Frauen (von Frauen) von 1848 bis 1914 nachzeichnet. […] Das Herzstück bilden die Biografien der vielen Frauen, die vielschichtig sind und die Komplexität von Frau­en­le­ben aufzeigen. Dabei beschreibt sie nicht nur anschaulich diese Biografien, sondern lässt die Frauen mit Zitaten selbst zu Wort kommen (frei nach Christa Wolfs Kassandra: „Mit meiner eigenen Stimme sprechen, das Äu­ßers­te. Mehr, andres, habe ich nicht gewollt“). [weiterlesen]

Rezension von Isabel Busch M. A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Haus der FrauenGeschichte, Bonn), November 2015

»Ein bisschen gleich ist nicht genug! Warum wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind. Ein Weckruf«

Domscheit-Berg, Anke, Ein bisschen gleich ist nicht genug! Warum wir von Ge­schlech­ter­ge­rechtigkeit noch weit entfernt sind. Ein Weckruf, München: Heyne Verlag, 2015. 240 Seiten, 8,99 €, ISBN-10: 3453603117, ISBN-13: 978-3453603110

[…] Anke Domscheit-Berg dagegen war mir schon vorher als Feministin ein Begriff als Befürworterin der Frauenquote. Wie man der Kurzbiografie am Anfang des Buches entnehmen kann, ist Anke Domscheit-Berg eine Frau, die bereits eine beachtliche Karriere u.a. bei Microsoft gemacht hatte, zwei eigene Unternehmen gegründet hat und sich auf vielen Ebenen, u.a. für Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit engagiert. Besonders neugierig auf das Buch hat mich das Inhaltsverzeichnis gemacht, das vom Aufbau her sehr vielversprechend klingt, ebenso wie von der Sprache her. Das Inhaltsverzeichnis verspricht Fakten, eine Darstellung zu fehlender Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit in der Arbeitswelt, der Politik, Bildung und Wissenschaft, Medien (Sexismus), ein Aufräumen mit Vorurteilen in der Schuldfrage und konkrete Lösungsvorschläge, gegliedert nach den verschiedenen Gruppen, die für Ge­schlech­ter­ge­rechtigkeit zuständig sind (Politik, Wirtschaft, Medien, Männer, Frauen). […] [weiterlesen]

Rezension von Isabel Busch M. A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Haus der FrauenGeschichte, Bonn), Juni 2015

»Oradour-sur-Glane - Wider das Vergessen«

Florence Hervé (Hg.), Martin Graf (Fotos), Oradour, Geschichte eines Massakers, Histoire d’un massacre, Köln 2014, 144 Seiten. ISBN: 978-3-89438-554-5, 18 €, www.hagalil.com

„Wir haben dort das Allerliebste aus der Welt, das man als Zwanzigjährige hat, verloren: Vater, Mutter, Groß­mut­ter. Wir verdanken unser Leben dieser kleinen Truppe (…), die uns während dieser angstvollen Stunden geschützt hat, und vor allem unserem kleinen Papa, der uns den Rat gegeben hat.“ Das ist die Aussage von Jacqueline Pinède, die das Massaker von Oradour-sur-Glane vom 10. Juni 1944 mit ihren Geschwistern überlebte, weil ihr Vater ihnen den Rat gegeben hatte, sich unter einer Betontreppe an der Rückseite des Hotels Avril in Sicherheit zu bringen… [weiterlesen]

Rezension von Christiane Goldenstedt, 15. Juni 2015

»Frau und Judentum«

Pauline Bebe, isha, Frau und Judentum, Enzyklopädie, Egling an der Paar 2004, 444 Seiten, 34,90 €

Den meisten von uns werden die Feste, Rituale und Bräuche und ihre Bedeutung in der jüdischen Religion und Kultur nicht allzu vertraut sein. Auch von großen Gestalten des Alten Testamentes haben wir häufig nur ein rudimentäres Wissen. Das gilt im besonderen Maße für die Frage, welche Frauen aus der Bibel von besonderem, auch aktuellem Interesse sind, welche Bedeutung frauenspezifische Probleme haben und wie sich die Bedeutung von Frauen in der jüdischen Kultur und Alltagspraxis widerspiegeln. Hier füllt das Buch von Pauline Bebe, Gemeinderabbinerin in Paris, die Lücke. Alphabetisch geordnet und mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis versehen, stellt das Buch die These auf und belegt sie, dass in den tradierten Wurzeln des Judentums Frauen und Männer gleichwertig und gleichberechtigt sind. Dabei setzt sich die Autorin auch kenntnisreich und detalliert mit den Einwänden jüdischer (vor allem männlicher) Gelehrter gegen eine solche Sichtweise auseinander. [weiterlesen]

Rezension von Dr. Barbara Degen, Mai 2015

»Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?«

Brigitte Röder (Hrsg): Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten? Rombach Verlag KG, Freiburg i.Br., 1. Aufl. 2014, 240 Seiten, 19,80 € ISBN 978-3-7930-5114-5

Endlich ist wieder eine leicht zugängliche Zusammenstellung von ge­schlech­ter­kri­ti­schen Forschungsansätzen in der Ar­chä­o­lo­gie verfügbar. Sie erschien als Be­gleit­buch zu der klei­nen Aus­stellung des Ar­chä­o­lo­gi­schen Museums Co­lom­bi­schlöss­le in Freiburg/Breisgau vom 16. Oktober 2014 bis 17. Mai 2015. In dieser Ausstellung wurden u.a. verschiedene Interpretationsmöglichkeiten eines einzigen Fundzusammenhanges durch mehrere unterschiedliche Installationen bildhaft dargestellt. Dass eine solche Ausstellung notwendig und zudem so einmalig ist, zeigt, welche Defizite in Bezug auf die geschlechterkritische Deutung von archäologischen Funden und zugehörigen Hypothesen noch bestehen. [weiterlesen]

Rezension von Gera Kessler, Köln, Mai 2015

»... und vor allem muss man je­der­zeit als voller Mensch le­ben«

Anke Martiny, »... und vor allem muss man jederzeit als voller Mensch leben«: Als Frau in der Politik. Mit einem Vorwort von Rita Süssmuth, Nicolai Verlagsbuchhandlung, Berlin 2014, 326 S.

Bei der Be­sprech­ung die­ses Buches liegt es na­he, den Hin­wei­sen von Ri­ta Süss­muth zu folgen, die in ihrem Vor­wort auf die wich­tigsten Sta­tionen im Le­bens­weg der Po­li­ti­ke­rin An­ke Mar­ti­ny ver­wies. Eine be­mer­kens­wer­te po­li­tische Lauf­bahn. Als 33jäh­ri­ge zog An­ke Mar­ti­ny im Jahr 1972, in der Ära Brandt/ Schmidt, als SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te in den west­deutschen Bun­des­tag ein. 1989, im Jah­re des Mau­er­falls, wur­de sie Kul­tur­se­na­to­rin in Ber­lin und nach drei Jah­ren sie­del­te sie in ihrer Ei­gen­schaft als Lei­te­rin der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Tel Aviv über und be­müh­te sich ak­tiv sich um den Frie­den und um die Frie­dens­ver­hand­lun­gen zwi­schen Is­ra­el und Pa­läs­ti­na. [weiterlesen]

Rezension von Prof.'in Dr. Annette Kuhn, Jan. 2015

»Anpassung und Selbst­be­haup­tung, Fürsorge in den Jahren 1936 bis 1956«

Christa Paul, Anpassung und Selbstbehauptung, Eine identitätstheoreische Studie zur Fürsorge in den Jahren 1936 bis 1956, Wiesbaden 2014, 398 Seiten, 39,99 €, auch als ebook erhältlich

Für uns ist doch gar kein Platz. Mit die­sem Satz von Erika Weber (Pseudonym) beginnt Christa Paul ihre Arbeit zu dem Leben der Frau, die in ihrem Buch im Mittelpunkt steht und deren Erfahrungen sie in einem unfangreichen Interview aufgearbeitet hat. Die Autorin geht der Frage nach, inwieweit die staatliche An­er­kennung eines “im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Staates ausgeübten Unrechts” Bedingung für die Identitätsbildung einer Person ist. [weiterlesen]

Rezension von Dr. Barbara Degen, Nov. 2014

Miszelle - zum 80. Geburtstag von Frau Prof. Dr. Annette Kuhn am 22. Mai 2014

Du hast mich heimgesucht bei Nacht. –
Die Familie Kuhn im Exil.

„Mit meiner Stimme sprechen:
Das Äußerste.
Mehr, anderes habe ich nicht gewollt.“
Christa Wolf
Nach: Bild 7 im Haus der FrauenGeschichte, Bonn

Goldenstedt, Christiane: „Du hast mich heimgesucht bei Nacht.“ Die Familie Kuhn im Exil. Norderstedt: Books on Demand, 2013, 1.,neue Ausgabe. 127 S. 9 Bilder. ISBN: 978-3-7322-0766-4

Standorte: Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt (2),Leipzig (2)

Sieben Jahre lang hat unser Mitglied im DAB, Frau Dr. Christiane Goldenstedt, an dem vorliegenden Buch gearbeitet. Ihr Motiv, sich mit der Biografie von Frau Professor Dr. Annette Kuhn zu beschäftigen, entstand in ihrer Studienzeit in Bremen Ende der 70er Jahre. Ihr Studium von Geschichte und Französisch und ihr Referendariat machten sie mit den didaktischen Modellen von Prof. Dr. Annette Kuhn im Fach Geschichte bekannt und weckten ihr Interesse für ihre Biografie und danach für ihr Schicksal. In einem Nachwort zu diesem Buch schreibt Frau Professor Dr. Helga Grubitzsch (ebd. Kapitel 5.4.1) über ihre Erinnerungen an Annette Kuhn. Sie arbeitete als Romanistin über die französische Frauenbewegung und bezog ab 1975 als Professorin an der Universität Bremen Veröffentlichungen von Frau Prof. Dr. Annette Kuhn zur Frauengeschichte in ihre Lehrtätigkeit ein. Sie hebt die gemeinsamen Bezüge zur Frauenbewegung hervor und den Verlust ihrer beider Lehrstühle zur Frauengeschichte nach der jeweiligen Emeritierung. [weiterlesen]

Rezension von Dr. A. Gabriele Gehlen, Mai, 2014)

Josephine Levy-Rathenau

Jürgen Nürnberger/ Dieter G. Maier: Josephine Levy-Rathenau: Frauenemanzipation durch Berufsberatung. Jüdische Miniaturen Band 137 (Hrsg. Hermann Simon). Hentrich & Hentrich Verlag Berlin. Centrum Judaicum. Berlin 2013 [lesen]

Rezension von Dr. Dorothea Schemme

Historia

"Nun hat Annette Kuhn […] ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk vorgelegt und mit ihrem in vielerlei Hinsichten ungewöhnlichen Buch Historia den FrauenGestalten der WeltGeschichte und damit der FrauenGeschichte ein feministisch inspiriertes DenkMal gesetzt. [weiterlesen]

Rezension von Doris Lucke.

»Ich lebe, weil du dich erinnerst«

Eine Leseerfahrung von Beatrice Michel, Autorin und Filmemacherin. [Rezension]

Raum 7: Weibliche Visionen der Einen Welt
1958 - heute
Raum 6: Frauenpolitik und Faschismus
1938 - 1958
Raum 5: Geschlechterdemokratie in Deutschland
1850 - 1938
Raum 4: Frauenbewegungen in Europa
1550 - 1850
Raum 3: Frauenwege in die Moderne
1350 - 1550
Raum 2: Frauen in der Begegnung der Kulturen
3000 v. Chr. - 1350 n. Chr.
Raum 1: Matriarchale Kulturen
40.000 - 3000 v. Chr.