Garten der Erinnerung - Gedenkort für die mutigen Frauen aus Ravensbrück

Im Rahmen eines Projekts zur Ge­denk­kul­tur der Frau­en in Ra­vens­brück ent­stan­den Gedenksteine – angelehnt an die jü­dische Tradition, beim Besuch eines Grabes einen schlich­ten Stein zu hinterlassen. Auf den flachen Rheinsteinen wur­den der Name der Frau, ihr Geburts- und Todesdatum und ei­ne Ro­se ein­gra­viert. Eine Kurzbiografie der jeweiligen Frau ver­deut­licht ihren eigenen Beitrag zur Erinnerungs- und Ge­denk­kul­tur (Gedichte, Bilder, Wi­der­ständiges, Schreiben, Wert­schät­zung von Mitgefangenen etc.). (Quelle: Website Ravensbrück-Projekt)

Einige dieser Gedenksteine liegen im Garten des Hauses der FrauenGeschichte. Neben der frauengeschichtlichen Per­spek­ti­ve ist das HdFG in Ausstellungspraxis und Projekten der Erinnerungskultur dem Leitspruch Zukunft in der Erinnerung verpflichtet.

Auf dem Foto sehen wir die Gedensteine für Marie Jarosova (13. 2. 1920 – 21. 1. 1998), Gertrud Luckner (26.9.1900–31.8.1995) und Else Krug (1900–1942)

Marie Jarosova (13. 2. 1920 – 21. 1. 1998)

lebte in Lidice, als das Dorf 1942 von der SS vernichtet und 172 Männer und Jungen getötet wurden. Die Kinder wurden verschleppt, über 70 in Chelmno ermordet. Die Frauen, darunter Marie Jarosova und ihre Mutter, wurden nach Ravensbrück deportiert. Ihre Mutter starb dort 1945. Nach ihrer Befreiung – sie floh auf dem Todesmarsch und kehrte zu Fuß nach Hause zurück – und Rückkehr nach Lidice engagierte sie sich für den Wiederaufbau der Stadt und war von 1956 – 1989 ihre Bürgermeisterin. Sie war von 1976 an Vorsitzende des tsche­cho­slo­wa­ki­schen Frauenverbandes und bis 1989 stellvertretende Parlamentsvorsitzende.

Quelle: Kurzbiografien, Website Ravensbrück-Projekt

Gertrud Luckner (26.9.1900–31.8.1995)

Gertrud LucknerDiplom Volkswirtin, half ab 1933 Juden bei der Emigration. Ab 1936 arbeitete sie in der Zentrale des Caritas Verbandes in Freiburg und setzte dort ihre Hilfs­tä­tig­keit fort. Ihr persönliches Verhalten – sie ging beispielsweise mit Juden spa­zieren oder begleitete sie in den Gottesdienst – war ebenso mutig wie ihr berufliches Engagement. 1943 wurde sie von der Gestapo Düsseldorf verhaftet und nach Ravensbrück deportiert. Sie überlebte mit Hilfe anderer Frauen.

Nach 1945 arbeitete Gertrud Luckner in der Ver­folgtenfürsorge der Caritas und war Herausgeberin und Redakteurin des Freiburger Rundbriefes zur Förderung der Freundschaft zwischen dem alten und neuen Gottesvolk – im Geiste der beiden Testamente. Ihre Ta­ge­buch­auf­zeichnungen aus Ravensbrück sind erhalten geblieben und herausgegeben worden (s. im Einzelnen Kapitel 2.3).

Quelle: Kurzbiografien, Website Ravensbrück-Projekt

Else Krug (1900–1942)

wurde Ende der 30er Jahre in Düsseldorf bei einer reichsweiten Aktion gegen angebliche Asoziale verhaftet und nach Ravensbrück deportiert. In Düsseldorf hatte sie als Prostituierte gearbeitet. In Ravensbrück weigerte sie sich als Funktionshäftling Frauen zu schlagen. Sie beaufsichtigte Frauen, die als sogenannte Asoziale in einem Vorratskeller eingesetzt wurden, und galt als respekteinflößende Persönlichkeit, weil es ihr gelang, die bei der Arbeit organisierten Waren unter den Mitgliedern der Kolonne gerecht zu verteilen. 1942 wurde sie nach Bern­burg deportiert und dort ermordet.

Quelle: Kurzbiografien, Website Ravensbrück-Projekt

Kontakt: Dr. Barbara Degen, E-Mail-Kontakt zum HdFG degen [at] hdfg.de
Literatur: Degen, Barbara (2010): "Das Herz schlägt in Ravensbrück". Die Gedenkkultur der Frauen. Opladen: Budrich (Schriften aus dem Haus der Frauengeschichte, 5).

Raum 7: Weibliche Visionen der Einen Welt
1958 - heute
Raum 6: Frauenpolitik und Faschismus
1938 - 1958
Raum 5: Geschlechterdemokratie in Deutschland
1850 - 1938
Raum 4: Frauenbewegungen in Europa
1550 - 1850
Raum 3: Frauenwege in die Moderne
1350 - 1550
Raum 2: Frauen in der Begegnung der Kulturen
3000 v. Chr. - 1350 n. Chr.
Raum 1: Matriarchale Kulturen
40.000 - 3000 v. Chr.