Rezension

Rezension: "Schwarzer Feminismus" von Natasha A. Kelly

Tina Berntsen, 21. April 2020
Buchcover Grundlagentexte Schwarzer Feminismus

Es wurde Zeit für diese Textsammlung! Herausgegeben von Natasha A. Kelly, zeichnet der Sammelband die historische Entwicklung des Konzepts der Intersektionalität nach. Ausgehend von der Rede „Ain’t I A Woman“ (Bin ich etwa keine Frau, 1851) der Freiheitskämpferin Sojourner Truth erscheinen die ausgewählten Texte von Angela Davis, The Combahee River Collective, bell hooks, Audre Lorde, Barbara Smith, Kimberlé Crenshaw und Patricia Hill Collins erstmals in deutscher Sprache.

Der Akt der Übersetzung macht dabei nicht nur die Beiträge Schwarzen feministischen Denkens im deutschsprachigen Raum sichtbarer. Die Auswahl hilft (gerade als nicht Betroffene) zu verstehen, was die mehrdimensionale Diskriminierung (Race, Gender, Klasse) für Schwarze Frauen* und den feministischen Kampf in der Vergangenheit bedeutete und auch heute noch bedeutet. Audre Lorde spricht aus, was die Vergangenheit lehrt: Das Ignorieren dieser Unterschiede ist „die größte Bedrohung für die Mobilisierung einer solidarischen Frauen*bewegung“. Eine empfehlenswerte einführende und geschichtlich spannende Lektüre.

Zur Autorin

Dr. phil. Natasha A. Kelly ist Kommunikationssoziologin und forschte als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin zu der Verwobenheit von Wissen, Macht und Körper. Sie ist in diversen frauen*politischen Kontexten aktiv. 2018 erhielt ihr Dokumentarfilm „Millis Erwachen“ mehrere Preise

Das Buch

Natasha A. Kelly (Hg.): Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte. Unrast Verlag, Münster 2019. 232 S., 16 Euro.

Verfasst von

Tina Berntsen, M.A., Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Haus der FrauenGeschichte (HdFG), Bonn

Empfohlene Zitierweise

Tina Berntsen (2020): Grundlagentexte: Schwarzer Feminismus, in: Haus der FrauenGeschichte (HdFG), Bonn. URL: https://www.hdfg.de/blog//2020/04/rezension-grundlagentexte-schwarzer-feminismus