WinterAkademie 2020 - Programm

Das Bild der Frau – Ein historisches Narrativ im Patriarchat

Samstag, 21. November, 11:30 Uhr – 13:00 Uhr

Vortrag & Diskussion

Zeit für neue Narrative: Frauen im jüdisch-christlichen Kontext

Traditionelle Erzählungen sind darin geübt, ein eindimensionales Frauenbild zu zeichnen. So wurden die Initiativen und der Einfluss von Vordenkerinnen an entscheidenden Wendepunkten der Geschichte meist ausgeblendet. Wie haben sich die männlich dominierten Narrative auf die Lebenswege von Frauen in der Kirche ausgewirkt? Und wie beeinflussen sie unsere Wahrnehmung und Vorstellungen heute? Der Vortrag möchte neue Perspektiven auf die Kirchengeschichte und das weibliche Wirken darin geben. Ausgewählte Beispiele aus der fernsten Vergangenheit bis in die Gegenwart sollen zeigen, dass die Emanzipation von Frauen nicht erst ein neuzeitliches Phänomen ist.

Referentin: Dagmar Gruß

Dagmar Gruß ist seit 2004 Pfarrerin in der Ev. Johanniskirchengemeinde in Bonn-Duisdorf und Synodalbeauftragte für Frauenfragen im Ev. Kirchenkreis Bonn. Nach dem Theologiestudium war sie Pastorin im Sonderdienst bei der Vereinigung evangelischer berufstätiger Frauen, baute gleichzeitig das Frauenreferat in Wuppertal-Elberfeld auf und absolvierte die Ausbildung ‚Feministische Liturgie‘. 2001-2004 arbeitete sie für drei Essener Kirchenkreise als Pfarrerin für Frauenarbeit. Die feministische Theologin engagiert sich in verschiedenen Projekten für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche.

Samstag, 21. November 15:00 Uhr – 18:00 Uhr

Workshop

Feministische Körperkartografie

Welche Auswirkungen haben die Räume und Orte, in denen wir uns bewegen, auf uns? Wo und auf welche Art werden wir mit unserem Geschlecht und unserer Sexualität konfrontiert? Die Methode der feministischen Körperkartografie ermöglicht, neu über Erfahrungen mit dem eigenen Körper, Geschlecht und Sexualität nachzudenken. Ausgehend von einer persönlichen Auseinandersetzung geht es darum, zu entdecken, wie gesellschaftliche Normen und Strukturen unsere Körper formen. Was wirkt unterdrückend auf uns, wo unterdrücken wir selbst? Wo entspringen unsere Wut und Widerständigkeit? Was macht uns stark und sicher?

Referentin: Mirjana Jandik

Mirjana Jandik ist Teil des Bonner Kollektivs feminar, das Stadt aus feministischer Perspektive denkt, hinterfragt und verändern möchte. Sie ist MA-Studentin der Kulturanthropologie mit Regionalschwerpunkt Lateinamerika und arbeitet inhaltlich zu feministischem digitalem Aktivismus, zu Queerness in Bonn sowie zu Körper und Performativität. Die Methode der feministischen Körperkartografie lernte sie beim lateinamerikanischen Kollektiv Miradas Críticas del Territorio desde el Feminismo kennen und hat seitdem mehrere Workshops besucht und geleitet.

Sonntag, 22. November, 11:30 Uhr – 13:00 Uhr

Diskussion

Antifeminismus und kritische Männlichkeit

Frauen seien gleichberechtigt, dafür Männer heute benachteiligt und das ganze „Gender-Gaga“ ruiniere die Kinder. Solche antifeministischen Erzählungen haben Konjunktur. Gleichzeitig ist der Antifeminismus so alt wie der Kampf um Gleichberechtigung. Antifeminist*innen kämpfen gegen moderne Geschlechterbilder und vielfältige Lebensentwürfe. Wie lässt sich das Phänomen begreifen? Was hat es mit (gekränkter) Männlichkeit zu tun und wie gehen wir damit um? Wie wird Mann eigentlich Feminist? Braucht es neue Männlichkeitsbilder und die sogenannte kritische Männlichkeit?

Referentinnen: Bilke Schnibbe & Kim Posster

Bilke Schnibbe ist Psycholog*in, Journalist*in in der Redaktion der analyse & kritik und arbeitet außerdem als Therapeut*in in Berlin. Als freie Journalist*in schreibt und referiert Bilke Schnibbe zu den Themen sexualisierte/sexuelle Gewalt, Männlichkeit und Psychotherapie.

Kim Posster publiziert zu (pro)feministischer Geschichte und Theorie und war an mehreren Versuchen der organisierten Reflexion von Männlichkeit beteiligt, die er mittlerweile als gescheitert betrachtet.

Alle Infos zur Teilnahme und Anmeldung finden Sie hier.